Zuletzt aktualisiert am 31. Januar 2026 von Daniela Li
Selbst die schönsten Tattoos bleiben nicht ewig perfekt. Farben verblassen, Konturen verlieren an Präzision, oder während der Heilung entstehen kleine Unregelmäßigkeiten. In diesem Ratgeber erfahrt ihr, wann ihr ein Tattoo nachstechen lassen solltet, mit welchen Kosten ihr für ein Touch-up rechnen müsst und welche Pflege danach wichtig ist.
Warum sollte man ein Tattoo nachstechen lassen?
Ein Tattoo ist grundsätzlich dauerhaft, aber der natürliche Alterungsprozess der Haut, Sonneneinstrahlung oder eine nicht optimale Heilung können dazu führen, dass das Tattoo an Qualität verliert.
Um dem Körperschmuck seine ursprüngliche Farbintensität zurückzugeben und Linien wieder klarer wirken zu lassen, entscheiden sich viele Menschen früher oder später für eine Tattoo-Auffrischung per Nachstechen – im Englischen Touch-up genannt.
Typische Gründe für ein Nachstechen sind:
- Unregelmäßigkeiten nach der Heilung: Manche Stellen können während der Heilung verblassen oder die Farbe wird nicht gleichmäßig aufgenommen.
- Verblasste Farben: Insbesondere bei farbigen Tattoos können UV-Strahlen das Tattoo schneller verblassen lassen.
- Gealterte Konturen: Mit der Zeit verliert die Haut an Elastizität und Linien können unsauber wirken.
Durch das Nachstechen wird euer Tattoo aufgefrischt, sodass es wieder wie neu aussieht.
Time to Touch-up: Wann ist der richtige Zeitpunkt für das Nachstechen?
Der ideale Zeitpunkt für das Nachstechen eines Tattoos hängt von verschiedenen Faktoren ab. Grundsätzlich solltet ihr immer sicherstellen, dass die tätowierte Haut vollständig verheilt ist. Das dauert in der Regel 2 Wochen bis 3 Monate.
Einige Tätowierer bieten ein kostenloses Nachstechen innerhalb der ersten Monate nach dem Stechen an, falls während der Heilung Unregelmäßigkeiten auftreten.
Für ältere Tattoos gilt: Es gibt keinen festen Zeitrahmen. Wenn euer Tattoo an Farbintensität eingebüßt hat oder die Linien nicht mehr klar sind, kann ein Nachstechen sinnvoll sein.
Tipp: Ist euer Tattoo häufig direkter Sonne ausgesetzt, oder befindet es sich an einer stark beanspruchten Hautpartie wie den Händen beziehungsweise Fingern oder Knien, verblasst es in der Regel schneller. Zudem neigen manche Hauttypen dazu, die Tattoo-Tinte weniger gut zu halten, was ebenfalls ein früheres Touch-up erforderlich machen kann.

Mit welchen Kosten müsst ihr für das Nachstechen eures Tattoos rechnen?
Die Kosten für das Nachstechen eines Tattoos variieren und hängen von mehreren Faktoren ab:
- Größe und Komplexität des Tattoos: Kleinere Korrekturen sind in der Regel günstiger als großflächige Auffrischungen.
- Studio und Tätowierer: Die Preise für das Nachstechen variiert je nach Studio und Erfahrung des Künstlers. Einige Tätowierer bieten ein einmaliges kostenloses Nachstechen an, insbesondere wenn es sich um Korrekturen kurz nach dem ersten Stechen handelt.
- Zeitaufwand: Viele Tätowierer berechnen ihre Leistungen auf Stundenbasis. Die Stundensätze können zwischen 70 und 120 Euro liegen.
Fragt euren Tätowierer immer vorab nach den genauen Kosten für das Nachstechen eures Tattoos. So seid ihr vorbereitet und vermeidet unnötige Überraschungen.
Tattoo nachstechen: Mit der richtigen Pflege zum optimalen Touch-up-Ergebnis
Wie bei jedem frischen Tattoo ist auch nach dem Nachstechen die richtige Pflege entscheidend, damit das Tattoo optimal heilt und lange hält:
- Reinigung: Wascht die Stelle vorsichtig mit lauwarmem Wasser und einer milden Seife. Tupft es danach vorsichtig trocken.
- Wundsalbe: Tragt eine dünne Schicht Wund- und Heilsalbe oder eine spezielle Tattoo-Pflegecreme auf, um die Haut geschmeidig zu halten und den Heilungsprozess zu unterstützen.
- Schutz vor Sonne und Reibung: Vermeidet direkte Sonneneinstrahlung und tragt keine enge Kleidung, die auf das Tattoo drückt oder scheuert.
- Keine Belastung: Sport oder Schwimmen solltet ihr für die ersten Tage vermeiden, um Infektionen vorzubeugen.
- Geduld: Widersteht dem Drang zu kratzen, auch wenn es juckt. Das Kratzen kann den Heilungsprozess stören und die Qualität des Tattoos beeinträchtigen.

Kann man jedes Tattoo nachstechen lassen?
Grundsätzlich können die meisten Tattoos nachgestochen werden, aber es gibt Ausnahmen. Ob ein Touch-up möglich ist, hängt von mehreren Faktoren ab:
- Tattoo-Zustand: Ist das Tattoo stark vernarbt oder die Haut durch vorherige Tätowierungen anderweitig beschädigt, kann ein Nachstechen schwierig sein. Über Narben zu tätowieren ist generell nicht ganz einfach, da das Gewebe die Farbe oft ungleichmäßig aufnimmt.
- Alter des Tattoos: Sehr alte Tattoos mit stark verblassten Farben und ausgedehnten Linien können eine Herausforderung darstellen.
- Hautgesundheit: Liegen Hautprobleme wie Ekzeme, Psoriasis oder andere chronische Hauterkrankungen vor, sollte vor einem Nachstechen immer ein Hautarzt konsultiert werden.
- Farbe des ursprünglichen Tattoos: Einige ältere Tattoos enthalten Farben, die heutzutage nicht mehr verwendet werden. Sie beim Nachstechen mit modernen Farben zu ergänzen, kann mitunter schwierig sein.
Was tun, wenn ein Nachstechen nicht möglich ist?
Wenn ein Nachstechen für euer Tattoo nicht infrage kommt, gibt es dennoch Alternativen:
- Cover-up: Hier wird das alte Tattoo mit einem neuen Design überstochen. Ein Cover-up eignet sich besonders bei stark verblassten oder misslungenen Tattoos. Allerdings muss das neue Motiv oft (deutlich) größer und dunkler sein, um das alte vollständig zu überdecken.
- Tattoo-Erneuerung: Einige Tätowierer bieten eine komplette Tattoo-Überarbeitung an, bei der das bestehende Motiv neu interpretiert und modernisiert wird. Das alte Tattoo wird anders als beim Cover-up nicht überdeckt, sondern aufgefrischt und in ein neues Motiv integriert.
- Laserbehandlung: Wenn weder Nachstechen noch ein Cover-up infrage kommen, könnt ihr über eine Tattoo-Entfernung per Laser nachdenken. Dadurch wird die Haut so weit aufgehellt, dass nach dem Abheilen eine neue Tätowierung möglich ist.

Bevor ihr euch für eine Alternative entscheidet, solltet ihr euch umfassend von einem erfahrenen Tätowierer beraten lassen. Er kann am besten einschätzen, welche Optionen für euer Tattoo und eure Haut geeignet sind.
Fazit: Frisch wie am ersten Tag
Das Nachstechen eines Tattoos ist ein wichtiger Schritt, um euer Kunstwerk langfristig zu erhalten. Besprecht den passenden Zeitpunkt, eure Optionen und die voraussichtlichen Kosten für das Nachstechen eures Tattoos vorab mit eurem Tätowierer. Achtet ihr dann noch auf die richtige Pflege, bleibt euer Tattoo ein echter Blickfang – auch nach vielen Jahren.
FAQ: Häufige Fragen und Antworten rund um Tattoo-Touch-ups
Ein Tattoo sollte vollständig verheilt sein, bevor es nachgestochen wird. In der Regel dauert die Heilung zwischen 2 Wochen und 3 Monaten, abhängig von Hauttyp, Pflege und Körperstelle. Achtet darauf, dass keine Krusten, Rötungen oder Spannungsgefühle mehr vorhanden sind. Nur auf gesunder, abgeheilter Haut lässt sich ein sauberes Touch-up durchführen.
Grundsätzlich kann ein Tattoo mehrmals nachgestochen werden, wenn es notwendig ist – etwa bei verblassten Farben oder unsauberen Konturen. Wichtig ist jedoch, dass zwischen den Sitzungen ausreichend Zeit zur Heilung liegt. Zu häufiges Nachstechen kann die Haut reizen oder langfristig schädigen. Sprecht mit eurem Tätowierer, ob und wann ein weiterer Touch-up sinnvoll ist.
Einige Farben – besonders sehr helle Töne wie Gelb, Weiß oder Pastellfarben, aber auch Türkis und Rot – verblassen schneller, da sie lichtempfindlicher sind und sich unterschiedlich gut in der Haut halten. Auch Hauttyp, Pflegeverhalten und Sonneneinstrahlung spielen eine Rolle. Bei Color-Tattoo-Touch-ups können solche Bereiche gezielt aufgefrischt werden, um die Leuchtkraft wiederherzustellen.
Nicht unbedingt. Viele Tattoo-Studios bieten ein kostenloses Nachstechen innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem ersten Termin an – meist zwischen 4 und 12 Wochen. Voraussetzung ist oft, dass die Pflegeempfehlungen eingehalten wurden und keine groben Fremdeinwirkungen vorliegen. Klärt das am besten direkt mit eurem Tätowierer.
Wenn ein Nachstechen nicht möglich ist – z. B. wegen starker Vernarbungen, Hautproblemen oder sehr alten Farben –, gibt es verschiedene Alternativen:
- Cover-up: Das alte Motiv wird durch ein neues, größeres überdeckt.
- Tattoo-Erneuerung: Das bestehende Design wird gezielt modernisiert.
- Laserbehandlung: Bei stark verblassten oder misslungenen Tattoos kann eine Tattoo-Entfernung helfen, um Platz für ein neues Motiv zu schaffen.
Lasst euch in jedem Fall von einem erfahrenen Tätowierer beraten, welche Option für eure Haut und euer Tattoo geeignet ist.
Teaser-Bild: Pixabay/Mbragion

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